Neurobiologie
Sie glauben, dass Sie tanzen können?
Wie bewegen wir uns beim Tanz durch den Raum? Wie steuern wir die Schritte? Neuere bildgebende Analysen enthüllen die komplexen Vorgänge, die während des Tanzens im Gehirn ablaufen.
Obwohl der Tanz eine grundlegende Ausdrucksform des Menschen darstellt, haben sich Neurowissenschaftler für dieses Phänomen bisher wenig interessiert. Vor einiger Zeit allerdings haben Forscher bildgebende Verfahren eingesetzt, um die Gehirne sowohl von professionellen Tänzern als auch von Laien zu untersuchen. Dabei stellten sie folgende Fragen: Wie bewegen sich Tänzer durch den Raum? Wie setzen sie ihre Schritte? Wie merken sich Menschen komplizierte Bewegungsabläufe? Die Resultate liefern einen faszinierenden Einblick in die komplexen Vorgänge, die im Gehirn ablaufen, wenn Menschen selbst einfachste Tanzschritte ausführen.
Isolierte Bewegungen, wie die Drehung eines Gelenks oder das Klopfen mit dem Finger, haben Neurowissenschaftler bereits früher ausführlich untersucht. Aus diesen Arbeiten wissen wir, wie das Gehirn einfache Handlungen anstößt. Schon allein, um auf einem Bein zu hüpfen, geschweige denn gleichzeitig noch den Kopf zu berühren, berechnet das sensomotorische System des Gehirns Daten bezüglich der räumlichen Wahrnehmung, des Gleichgewichts, der geplanten Bewegung, der Zeitmessung und anderer Dinge. Grob gesagt werden visuelle Informationen im hinteren Scheitellappen in Bewegungsbefehle umgewandelt. Die Befehle gelangen zu den so genannten motorischen Gebieten im prämotorischen Kortex (prämotorische Rinde) und supplementären motorischen Arealen. Dann gehen sie zur primären motorischen Hirnrinde


Steven Brown arbeitet als
Direktor des NeuroArts-Labors in
der Abteilung für Psychologie,
Neurowissenschaften und Verhaltensbiologie
der kanadischen
McMaster University. Er forscht vor
allem über die neuronalen Grundlagen
menschlicher Kommunikation
wie Sprache, Musik, Gestik, Tanz
und Gefühle. Lawrence M. Parsons
ist Professor für Psychologie an der
University of Sheffield in England.
Er untersucht die neurowissenschaftlichen
Grundlagen beim Klavierspiel,
Singen, bei der Harmonielehre,
beim Dirigieren, bei der Musikimprovisation
sowie beim Tanz.
abrufen





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